Apple im Lauf der Geschichte...
Heute sind Maus und grafische Benutzeroberfläche so selbstverständlich, das sich kaum einer daran erinnert, dass das wirklich nicht immer so war...
Warum 1984 nicht wie 1984 wurde...
Am 24. Januar 1984 brachte Apple den Macintosh 128k für 2495 US-Dollar auf den Markt und revolutionisierte die Computerwelt. Der Rechner basierte auf Motorolas 68000 Chip, der mit 8 MHz getaktet war und auf 128 KByte Arbeitsspeicher zugreifen konnte. Ein 3,5''-Floppylaufwerk mit 400 KByte Speicherplatz und ein kleiner 9''-Bildschirm vervollständigten den ersten Macintosh.
Annie
Ursprünglich sollte der Macintosh ein 500-Dollar-Rechner sein. 1979 beauftragte der damalige Apple-Chairmann Mike Markkula Jef Raskin mit dem geheimen Projekt "Annie". Raskin wollte einen Computer für PITS (Person in the Street) schaffen und stellte sich eine geschlossene Maschine inklusive Monitor und Drucker vor. Mit einer billigen CPU, einem kleinen Haupptspeicher von 64 KByte und einem winzigen 5" Monitor sollte das alles für 500,-$ möglich sein... Jef Raskin ging damit völlig neue Wege, den bisher bestimmte immer das technisch machbar das Design eines Computers.
Steve Jobs übernimmt
Doch 1981 entdeckte Steve Jobs den Mac und krempelte alles um. Jef Raskin ertrug den aggressiven Führungsstil von Jobs nicht lange und verließ kurz danach die Firma. Jobs jedoch wusste was er wollte. Jeder weiß, das ein paar junge dynamische Techniker im XEROX Parc die grafische Benutzeroberfläche und die Maus erfunden haben. Das war nicht Apple! Aber Apple hat diese unfertigen Ideen genommen, verbessert, ein paar Dinge hinzugefügt (Papierkorb, anklicken und verschieben von Objekten) und ein fertiges marktreifes Produkt daraus gemacht. Zuerst die LISA, die aber floppte und dann den Mac. Jobs trieb seine Mitarbeiter erbarmungslos an, hisste eine Piratenflagge und motivierte seine Mitarbeiter mit Spüchen wie: "Du weißt, wie viele Menschen diese Maschine kaufen werden? Es werden Millionen sein. Stellen wir uns vor, dass du diese Maschine eine Sekunde schneller booten lassen kannst. Das macht bei 10 Millionen Nutzern 360 Millionen Sekunden im Jahr. Das entspricht 50 Menschenleben! Würdest du nicht auch drei Tage investieren, um 50 Menschenleben zu retten?"
Woher kommt eigentlich der Name?
Es gibt tatsächlich eine Apfelsorte, die McIntosh heißt. Jef Raskin änderte bewusst die schreibweise des Namens in Macintosh, um keine Probleme mit der Hi-Fi Firma McIntosh Laboratory zu bekommen. Diese verklagten Apple aber trotzdem und Jobs bezahlte nach einigem Hin und Her die Lizensgebühren um den Namen behalten zu können.
1984
Der erste Mac war "Insanely great" - wahnsinnig toll, so Steve Jobs bei dessen Präsentation im Januar 1984. Er sollte laut Jobs der dritte Meilenstein der Computergeschichte werden und dem Computer-Giganten IBM zeigen, wie ein moderner Computer auszusehen hat.
"1984"
Mit dem berühmten Werbespot "1984" von Ridley Scott zum Superbowl leutete Apple die Ära des Macintosh ein.
WYSIWYG
Und Jobs sollte letztendlich recht behalten, den heute ist die Maus und die grafische WYSIWYG (What you see is what you get) Benutzeroberfläche nicht mehr weg zu denken. Der erste Mac verkaufte sich Anfangs gar nicht so gut, sondern wurde erst 1987 mit dem Mac Plus und vor allem Anwendungen wie z.B. Aldus PageMaker ein Verkaufsschlager. Allerdings hat Apple sein Ziel eines Massencomputers verfehlt und sich nicht von IBM, sondern vom damals völlig unterschätzen Bill Gates und Microsoft schlagen lassen. Damals verpasste es Apple seine Rechner als Industriestandart zu etablieren. Man hätte entweder die Preise senken müssen oder das Mac OS an andere Computerhersteller lizensieren müssen.
Apple verliert seine Seele
Als Jobs im September 1985 nach Unstimmigkeiten mit dem Apple Board und vor allem Ex-Pepsi Manager John Sculley (den Jobs 1983 mit dem berühmten Spruch: "Wollen Sie ihr Leben lang Zuckerwasser verkaufen, oder die Welt verändern?" zu Apple holte) die Firma verlässt, verliert Apple seine Seele.
Die Meinungen gingen auseinander. Viele waren froh, den Steve Jobs hatte irgendwo alle terrorisiert, er war ein übellauniger Mensch der jeden Tag seine Meinung anderte, aber er war der Gründer, der Motor, der Visionär, er hatte das Charisma, das Apple ausmacht. Ohne Steve Jobs war Apple nicht mehr Apple. Apple hatte seine Seele verloren.
Meilensteine
Apple feierte am 3. Januar 1987 "10 Jahre" sorge nach Jobs Weggang für Nachschub. Am 17. März lief der 1 Millionste Mac vom Band. Mit dem Macintosh SE lieferte man einen Rechner mit Erweiterungssteckplatz für DOS- oder Netzwerkkarten und Platz für eine 2te SCSi Platte im Gehäuse. Doch mit dem Macintosh II ließ man alle Konkurrenz weit hinter sich. Die zweite Generation der Mac-Familie bestand aus einer offenen Architektur und war durch sechs NuBus-Slots extrem aufrüstbar. Ausserdem war er mit seinem 16 MHz-Prozessor 4mal schneller als der Mac SE, mit 7044 $ aber auch extrem teuer.
David gegen Goliath
Im Lauf der Jahre eroberte Microsoft unaufhaltsam den Markt. Apple hatte seine Chance vertan und spielte nur noch eine Aussenseiterrolle. Heute hält Apple einen Marktanteil von vielleicht 5%. Und trotzdem: Wenn der kleine David wieder eine Innovation aus dem Hut zaubert, hält die Fachwelt den Atem an.
Aber Apple ist dem gigantischen Goliath Microsoft immer einen Schritt voraus. Manch einer behauptet ja, Apple wäre Microsofts externe Entwicklungsabteilung. Apple macht es vor und Microsoft wird es kopieren, meist natürlich mehr schlecht als recht...
Wie Steve Jobs den Mac neu erfand
Als Jobs 1997 zu Apple zurück kehrte, stand diese kurz vor dem Bankrott. In Rekordzeit ernannte man ihn zum iCEO, den man erkannte das nur er die Firma retten konnte. Steve rief zum anders Denken auf und Apple demonstrierte mit der "Think different." Kampagne seine neue Richtung und präsentierte den iMac. Jonathan Ive, der neue Chefdesigner, setzte damit neue Masstäbe in der Gestaltung von Computern.
Think different.
1997 startete Apple die legendäre "Think different." Kampagne, seit der unter dem Apple Logo auch dieser Slogan steht. Nichts könnte die Philosophie von Apple und seinen "Fans" besser beschreiben.
Sorry, no beige!
Plötzlich war die Computerwelt bunt! Der iMac schlug ein wie eine Bombe. Das völlig neue Konzept, alle altlasten über Board zu werfen schockte zwar fast alle, aber es setzte sich durch. Kein Diskettenlaufwerk, keine serielle oder SCSI Schnittstelle mehr, keine Kabel...
Schnell war der iMac in mehreren verschiedenen Farben erhältlich und wurde der meistverkaufte Mac aller Zeiten. Kurz darauf folgte der farbige B&W Power Mac G3 und das erste iBook.
Und wieder einmal hatte Apple eine Innovation geschaffen. Alle machten es nach. Nicht nur Computer, sondern plötzlich wurde alles bunt und transparent. In Japan konnte man sogar Stoßstangen für sein Auto in den iMac Farben kaufen. Erst Apple selber setzte diesem Trend ein Ende, als man dann auf den eher edler und dezenteren Metall und weißen Look umstellte.
Mac OS X
Aber Apple stellte nicht nur bei der Hardware Innovationen, nein mit Mac OS X brachte man im Jahr 2001 ein völlig neues UNIX basierendes Betriebssystem auf den Markt. Mac OS X vereinte die Stabilität und Sicherheit eines UNIX Systems mit der einfachen Handhabung eines Mac OS Betriebssystems. Mit "Aqua" spendierte man dem System einen völlig neuen und frischen Look.
Zahlreiche "pretty coole" Features und Applicationen runden das System ab und erleichtern die tägliche Arbeit.
Digitaler Lifestyle
Im Lauf der Zeit packte man noch einige Programme für die Zeit nach der Arbeit dazu. Mit dem iLife Paket hat Apple eine Programmsammlung geschaffen, die es allen ermöglicht kinderleicht mit aktuellen Medien umzugehen und professionelle Ergebnisse zu erzielen.
Mit iLife ist es plötzlich möglich seine Musik und Fotos spielend leicht am Computer zu verwalten, seine Urlaubsvideos selber zu schneiden und auf DVD zu brennen.Seit GarageBand kann man auch seine eigene Musik und Podcasts produzieren und mit dem 2006 vorgestelltem iWeb lassen sich nun sämtlich Bilder, Filme und Podcasts mit einem Klick anschaulich ins Internet stellen.
Komplettiert wird das iLife Paket durch das Office Paket iWork. Mit Pages lassen sich spielend einfach schöne Printlayouts erstellen und mit Keynote wird eine Präsentation erst so richtig schön.
Das Apple Phänomen
Apple hat es als einziger verstanden die Arbeit mit den Macs nicht nur effektiv zu gestalten, sondern das Ganze so einfach gemacht, das die Arbeit damit auch Spass macht. Aber eben das macht Apple heute ja aus. Macs sind einzigartige Computer mit Persönlichkeit und Mac-User entwickeln nicht selten emotionale Gefühle für ihren Mac.
Andere Computerhersteller haben Kunden, Apple hat echte Fans.
Macs vermitteln nicht die graue Alltagseintönigkeit, sondern Spass, Lifestyle und echte zuverlässige Zusammenarbeit.
Kaum ein PC User kann sich so mit seinem Computer identifizieren wie das fast jeder Apple User tut. Mac-User sind anders. Sie sind stolz darauf keine Computerexperten sein zu müssen und die meisten "lieben" ihren Mac.
Warum? Hm, liegt wohl daran, das Steve Jobs "das coolste Zeug auf dem Planeten" verkauft...
iPod & iTunes
Als Apple 2001 den iPod vorstellte, waren viel Apple-Jünger enttäuscht. Niemand wusste mit dem FireWire-MP3 Player so richtig was anzufangen...
Doch es dauerte nicht lange und der iPod begann seinen unaufhaltsamen Siegeszug und wurde schnell zum Marktführer und "Must-Have"-Objekt. Der iPod tauchte in allerlei Musikvideos auf und immer mehr Stars schwärmten von dem kleinen schicken Player. Als Apple dann 2003 den ersten Online-Music-Store eröffnete, der auch noch schick in die schon vorhandene iTunes Software verpackt wurde, wurde auch der Rest der Welt aufmerksam. Apple brachte iTunes für WINDOWS und öffnete damit das Tor für PC-User, verkaufte innerhalb kürzester Zeit Millionen von Songs und wurde trotz der schnell nachrückenden Konkurrenz unumstrittener Marktführer.
Was macht ein IntelChip im Mac? Viel mehr, als er je in einem PC gemacht hat.
Mitte 2005 schockte Steve Jobs die Apple Gemeinde, als er erklärte, man werde nicht wie bisher IBM und Motorola Chips verbauen, sondern seine Macs zukünftig mit Intel Prozessoren ausstatten. Im Januar 2006 wurden dann mit dem neuen iMac und dem MacBook Pro die ersten Intel basierenden Macs vorgestellt und konnten durch die Intel Core Duo Chips mit einer bis dahin ungekannten Performance aufwarten. Die Kehrseite der Medallie war eine zwanghafte Anpassung des kompletten Betriebssystems und sämtlicher Applications an die neuen Chips. So wurden 2006 die ersten binäre Programme veröffentlicht, die sowohl auf einem Intel, als auch auf einem PowerPC basierendem Mac liefen. Sie waren mit einem "Universal" Logo makiert.
Namensänderungen: MacBook, MacBook Pro und Mac Pro
Um die neuen Generation Macs mit Intel-Chip deutlicher von den bisherigen PowerPC Modellen zu distanzieren, gab ihnen Apple neue Namen. Aus dem iBook wurde das MacBook, aus dem PowerBook das MacBook Pro und aus dem Power Mac der Mac Pro.
iTunes Store & tv
Der iTunes Music Store mausserte sich mit der Zeit zum digitalen Einkaufszentrum. Bald gab es nicht mehr nur Musik, sondern auch Musikvideos, Fernsehserien und ab 2006 auch ganze Kinofilme zum digitalen Einkauf. So wurde aus dem iTunes Music Store der iTunes Store.
Damit der geneigte User seine FIlme nicht nur auf den neuen iPod ansehen konnte, stellte Apple im Januar 2007 tv. Mit dieser kleinen Box war es möglich die digitalen Inhalte von iTunes per WLAN auf den heimischen Fernseher zu streamen. Und das alles per Fernbedienung vom Sofa aus. Ein neuer Schritt des digitalen Lifestyles.
Das iPhone
Nach jahrelangen Spekulationen war es 2007 dann endlich so weit: Apple stellte sein eigenes Mobilphone vor.... oder besser, einen Widescreen iPod + Handy + PDA mit TouchScreen und Internet Communicator in einem. Das iPhone glänzt mit revolutionärer Bedienung und noch nie dagewesenen Funktionen im Handymarkt.
Apple Computer wird Apple
Da Apple mittlerweile nicht nur noch Computer verkauft, sondern seine Produktpalette weiter ausbaut um den digitalen Markt zu erobern, entschloss man sich im Januar 2007 dies auch im Firmennamen deutlich zu machen. Aus Apple Computer Inc. wird Apple Inc.
Der Halo-Effect
Apple profitiert zunehmend vom "Halo-Effect". Viele glückliche Benutzer der iPod und iPhone Produkte greifen beim nächsten Computerkauf auf die bewährten Produkte von Apple zurück und entscheiden sich deshalb immer öfter für einen Mac. Dadurch steigt der Marktanteil von Apple im stark umkämpften Computermarkt.
Termine & Veranstaltungen
Macintalk: iMovie: Trailer erstellen und Ausgabemöglichkeiten
22.05.2013 comacs, Herzogenstraße 3 in 97070 Würzburg
Macintisch Juni
12.06.2013 Cafe Klug (Peterstraße 12, 97070 Würzburg)








